6. Juli 2011

Blindenleitsysteme in Gelsenkirchen – die zwei Seiten einer Medaille (PM der AG Inklusion zur Begehung der Umgebung des Musiktheaters)

Ohne Warnung die Treppe runter

Ohne Warnung die Treppe runter

Im Rahmen eines Treffens der neu gegründeten AG „Inklusion“ am 05.07.11 haben Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen die Blindenleitsysteme in der Umgebung des Musiktheaters besichtigt. Dabei offenbarten sich fatale Mängel: Auf der Querungsanlage der Florastraße scheint es als ob ein blinder Mensch mitten durch eine Fußgängerampel laufen soll! Rillenplatten, die blinden Menschen als Leitlinien dienen, und Noppenplatten, die auf Hindernisse oder Weggabelungen hinweisen, sind vertauscht.

 

„Viele Menschen wissen mit den helleren Bodenplatten mit besonderen Profilen nichts anzufangen. Es geht uns darum, die Bürger für das Thema „Blindenleitsysteme“ im Stadtgebiet zu sensibilisieren – einfach mal hinschauen. Ein erster Schritt, um das Thema Barrierefreiheit in den Fokus der Gelsenkirchener Öffentlich-keit zu rücken.“, so Susanne Helmke, Vorstandsmitglied und Sprecherin der Arbeitsgruppe.

 

Alarmierend  ist die Situation am Eingang zur U-Bahn-Station der Linie 301 auf dem Platz vor dem Musik-theater; hier suggerieren Rillenplatten einen durchgängigen Wegverlauf, wo eine Treppe beginnt – schwere Stürze können die Folge sein. Solche Gefahrenstellen sollten dringend mit Aufmerksamkeitsfeldern gekennzeichnet sein.

 

„Unser Ziel ist es, solche Mängel und Fehler bei den anstehenden Umbaumaßnahmen in der Stadt zu verhindern, wie z.B. am Hans-Sachs-Haus oder in der geplanten „Kulturmeile“ in Buer. Es wäre wünschenswert, wenn die AGB wie bei der Planung von baulichen Veränderungen auch bei deren Umsetzung beteiligt würde. Trotz der UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland mitunterzeichnet hat, sind Blindenleitsysteme bei uns nicht gesetzlich verankert, so kommt unsere Stadt ihren sehbehinderten und blinden Bürgern freiwillig entgegen – doch die gute Absicht und der Nutzen sind zweifelhaft,  wenn die Maßnahmen fehlerhaft umgesetzt werden.“, so Patrick Jedamzik, Bezirksverordneter für Gelsenkirchen-Mitte.

 

Und dabei kann Gelsenkirchen auch anders: das „Best-Practice-Beispiel“ am Bahnhofsvorplatz zeigt, dass die Stadt auch gut funktionierende und vorbildliche Blindenleitsysteme entwickelt hat. Warum nicht gleich so?

Suchen

Aktuelles:

14.05.12 17:23

Chaos bei der Änderung der Baumschutzsatzung

„Die fachliche Vorbereitung zur Änderung der Baumschutzsatzung einschließlich der Expertenanhörung...


Kat: Aus der Ratsfraktion
10.05.12 13:12

GRÜNER Endspurt: 24 Stunden erreichbar

In Düsseldorf machen die GRÜNEN 3 Tage durch und beantworten mit der Aktion "3 Tage wach" von...


Kat: Landtagswahl 2012
zum Archiv ->

Grün 2.0