Bei ihrer Sondermitgliederversammlung haben sich die Gelsenkirchener
Grünen einstimmig für einen konsequenten Atomausstieg und eine
ökologische Energiewende ausgesprochen. "Den unzureichenden
Gesetzesentwürfen der schwarz-gelben Regierung kann aus dieser
Perspektive so nicht zugestimmt werden", so Kreisvorstandssprecher
Fabian Klose. Dennoch nehmen auch die gelsenkirchener GRÜNEN die
Kursänderung der Regierung mit der Stilllegung der sieben ältesten
Reaktoren und dem AKW in Krümmel sowie die dringend notwendige
Rücknahme der Laufzeitverlängerung aus dem letzten Jahr durch die
gleiche Regierung wahr und begrüßen diese notwendige Maßnahme.
Die Liste der Mängel des Regierungsentwurfes ist aber leider viel zu
lang lang um zuzustimmen: Die willkürliche Festlegung von
Abschaltterminen gewährt den schon angekündigten Klagen der
Kraftwerksbetreiber reelle Chancen. Ohne eine rechtliche Absicherung
im Grundgesetz ist zudem eine Unumkehrbarkeit der Ausstiegsbeschlüsse
nicht gegeben. Das vorliegende Gesetz schließt die Anwendung der
aktuellen Standards für die Überprüfung der Sicherheit von
Atomkraftwerken leider aus. Auch die Frage der Lagerung und
Aufbereitung von Atommüll wird durch Merkels Gesetzentwurf nicht
gelöst. Die GRÜNEN in Gelsenkirchen folgten daher mit deutlicher
Mehrheit (bei einigen Enthaltungen ohne Gegenstimmen) eher einem
Alternativantrag von Martina Lammers (Lüchow-Dannenberg) und
Hans-Christian Ströbele und nicht dem Leitantrag des Bundesvorstandes
der GRÜNEN, der eine Teilzustimmung zur Atomgesetznovelle empfiehlt.
Nicht akzeptabel ist das vorgelegte Konzept zur Energiewende, das den
Ausbau Erneuerbarer Energien eher behindert. Statt auf dezentrale und
demokratische Versorgungsstrukturen zu setzen, werden Großprojekte und
klimaschädliche Energieerzeugung gefördert. Wer einen wirklichen
Atomkonsens erreichen will, kann sich nicht weiter Gesprächen mit der
Opposition und der Anti-AKW-Bewegung verweigern.
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