23. Juni 2009

GRÜNE empört über das Versenden von Schülerdaten

Der GRÜNEN-Fraktion wurde eine Liste mit Schülernamen zugespielt, welche das Schalker Gymnasium nach Klasse 6 abschulen will.

Für David Fischer, bildungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion, ein Skandal:

"Erstens kann es nicht angehen, solche Listen mit Schülernamen an eine Reihe von Schulen zu senden. Zweitens wird hier das Problem des gegliederten Systems überdeutlich: Anstatt Schülerinnen und Schüler zu fördern, werden sie aussortiert und drittens liegt die Vermutung nahe, dass wieder einmal überproportional Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund betroffen sind."

Die GRÜNE Fraktion fordert daher die Verwaltung auf, im Benehmen mit der Bezirksregierung Münster und der Landesdatenschutzbeauftragten, folgende Fragen zu klären:

  • Ist es zulässig, eine solche Liste mit sensiblen Schülerdaten an mehrere Schulen zu versenden?
  • Wie ist es mit der Förderung von Kindern aus bildungsferneren Schichten am Schalker Gymnasium bestellt? Wie an den anderen Gymnasien?
  • Eine der zentralen Aufgaben unseres Bildungssystems besteht ja nach PISA darin, die Quote der Abiturienten zu erhöhen, insbesondere durch besondere Förderung jener, die laut PISA in Deutschland benachteiligt werden.
  • Wie hoch ist der Migrantenkinder-Anteil im sechsten Jahrgang des Schalker Gymnasiums? Wie hoch ist er unter den "Ausgesonderten" bzw. jenen, wo den Familien nach Klasse 5 empfohlen wird, die Kinder aus dem Gymnasium zu nehmen?
  • Wie viele Schülerinnen und Schüler werden von den Gelsenkirchener Gymnasien in diesem Jahr nach Ende der sechsten Klasse an andere Schulformen verwiesen? Wie vielen Eltern wird darüber hinaus nach Klasse 5 zu einem solchen Schritt geraten?

 

Die GRÜNE Fraktion bittet die Verwaltung, noch vor Beginn der Sommerferien einen ersten Zwischenstand bezüglich der o.g. Fragen den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung zu übermitteln.

Eines wird laut David Fischer deutlich: "Es ist dringend erforderlich, auch in NRW die Strukturen des Bildungssystems zu reformieren. Nicht aussondern und abschieben, sondern nach individuellen Fähigkeiten und Motivationslagen optimal fördern ist gefragt. Dass dies in einem integrierten System besser funktioniert, steht für die GRÜNEN außer Frage."

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