22. Juni 2011

Wittke stört Bildungskonsens in Gelsenkirchen

Oliver Wittke versuchte wohl in dem Werkstattgespräch der örtlichen CDU von der bildungspolitischen Konzeptlosigkeit der Landes-CDU abzulenken, indem er laut Presse den Schulentwicklungsprozess in seiner Heimatstadt geißelt, der hier aber von der CDU-Fraktion mitgetragen wird.

David Fischer, bildungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion: „Es gibt wenig Kommunen, wo ähnlich gründlich und transparent mit Informationen umgegangen wird wie in Gelsenkirchen und mit so viel Aufwand versucht wird, unter Beteiligung aller Betroffenen einen gemeinsam getragenen Weg zu finden.“
Sowohl in Hassel wie in Erle seien es, so Fischer, die Schulen selbst, die beantragt haben, sich zu verändern. Die Eltern müssen jährlich mehr als 200 Abweisungen an Gesamtschulen hinnehmen, weil die Plätze dort nicht ausreichen und die städtische Bedarfserhebung durch Elternbefragung sei eindeutig pro Gemeinschaftsschule.
Wenn die Ergebnisse einer breit angelegten Elternbefragung (alle Eltern von Schülerinnen und Schülern der 2. und 3. Klassen aller Gelsenkirchener Grundschulen!) dem Weltbild Wittkes nicht entsprechen, möchte er diese „nicht überbewertet wissen“.

Die CDU in Nordrhein-Westfalen hat im Feld Bildungspolitik große Probleme: Da wählt kaum noch jemand für sein Kind die Hauptschule – das dritte Glied des gegliederten Schulsystems bricht also weg. Die Realschulen verstehen zunehmend, dass wenn dies passiert, sie selbst zur „Restschule“ in diesem System werden – viele von ihnen wollen deshalb lieber Gemeinschaftsschulen werden.

Die Eltern im Lande haben mit ihren Anmeldungen längst abgestimmt: hoch attraktiv sind Gymnasien und integrierte Systeme wie die Gesamtschulen. Das Land braucht also dringend neben den großen Gesamtschulsystemen flexible Möglichkeiten, ortsnah kleinere „Schulen für alle“ vorzuhalten. Dies wird in vielen Kommunen auch von der örtlichen CDU gefordert. Genau darüber ist sich jedoch die Landes-CDU uneinig und hat noch keinen Lösungsweg gefunden.

Deshalb schiebt sie in Düsseldorf das Argument vor, weil die Linke an den Konsensgesprächen teilnimmt, beteiligt man sich nicht. Der schwarze Elefant hat also Angst vor der roten Maus? Wenig glaubhaft, denn bei anderen Themen hat die CDU-Fraktion dieses Problem nicht, etwa wenn es um die Wahl des (CDU-) Landtagspräsidenten Uhlenberg oder um Sachthemen wie Parkausweise für Handwerker und Ähnliches gegangen ist. Das alles ist der Bevölkerung schwer zu erklären! Darum fällt CDU-Generalsekretär Oliver Wittke etwas ganz Besonderes ein, um davon abzulenken: Er diffamiert den in Gelsenkirchen gemeinsam mit der CDU gewählten Weg der Schulentwicklungsplanung und den GRÜNEN Bildungsdezernenten Dr. Manfred Beck.

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